Kahle Stellen bei Hunden richtig einordnen

Kahle Stellen bei Hunden richtig einordnen

Kahle Stellen können bei Hunden ganz unterschiedlich aussehen: mal klein und rund, mal großflächiger, mal mit Juckreiz und mal ohne erkennbare Beschwerden. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf Haut, Fell und Verhalten deines Vierbeiners. In diesem Beitrag erfährst du, woran du auffälligen Haarausfall erkennst, welche Ursachen möglich sind und wann tierärztlicher Rat sinnvoll ist.

Lesedauer: 5min
Von: Alena Thielert
Geprüft: Carla
Geändert: 04.08.2026
Veröffentlicht: 04.08.2026

Fellwechsel oder auffälliger Haarausfall?

Während des Fellwechsels verlieren Hunde oft deutlich mehr Haare als sonst. Das ist erst einmal normal, vor allem im Frühjahr und Herbst. Dabei lichtet sich das Fell meist gleichmäßig. Einzelne runde oder klar abgegrenzte kahle Stellen entstehen durch den normalen Fellwechsel eher nicht.

Auffällig wird es, wenn der Haarausfall plötzlich stärker wird, die Haut sichtbar durchscheint oder kahle Stellen beim Hund an mehreren Körperstellen auftreten. Auch trockene, schuppige, gerötete oder entzündete Haut ist ein Zeichen dafür, dass du genauer hinschauen solltest. Das gilt besonders, wenn dein Hund sich zusätzlich kratzt, leckt, unruhig wirkt oder sich sein Verhalten verändert.

Kahle Stellen mit oder ohne Juckreiz?

Ob Juckreiz dazukommt oder nicht, kann wichtige Hinweise liefern. Kahle Stellen und Juckreiz treten häufig gemeinsam auf, wenn die Haut gereizt ist. Dein Hund kratzt sich dann vielleicht stark, knabbert an bestimmten Stellen oder leckt immer wieder über dieselbe Hautpartie. So kann aus einer kleinen Reizung schnell eine kahle, entzündete Stelle werden.

Kahle Stellen ohne Juckreiz solltest du aber ebenfalls ernst nehmen. Sie können zum Beispiel bei hormonellen oder inneren Ursachen auftreten. Auch manche Hautpilze verursachen nicht bei jedem Hund starken Juckreiz. Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur auf das Kratzen zu achten, sondern auch auf Form, Farbe, Größe und Entwicklung der kahlen Stelle.

Häufige Ursachen für kahle Stellen im Fell

Lichte Stellen entstehen nicht immer aus demselben Grund. Manche Ursachen betreffen direkt die Haut, andere hängen mit dem Immunsystem, dem Stoffwechsel oder der Fütterung zusammen. Eine sichere Diagnose kann nur eine Tierarztpraxis stellen.

Parasiten wie Flöhe und Grasmilben

Parasiten gehören zu den häufigen Auslösern für Juckreiz, Hautreizungen und Haarausfall. Flöhe können starken Juckreiz verursachen, besonders wenn ein Hund empfindlich auf Flohspeichel reagiert. Auch Grasmilben können Hunde stark belasten. Typisch sind kleine rote Punkte, gereizte Haut und intensives Lecken oder Kratzen.

Besonders häufig betroffen sind dünn behaarte oder bodennahe Bereiche. Dazu zählen der Bauch, die Innenseite der Beine, Pfoten, Ohren und manchmal auch der Kopfbereich. Wenn dein Hund nach Spaziergängen durch Wiesen plötzlich stark juckende Stellen entwickelt, können Grasmilben eine mögliche Ursache sein.

Pilzinfektionen der Haut

Ein Pilz auf der Haut kann ebenfalls kahle Stellen beim Hund verursachen. Oft entstehen runde oder unregelmäßige Stellen, die trocken, schuppig oder gerötet wirken. Manchmal jucken sie, manchmal bleiben sie eher unauffällig.

Wichtig ist: Hautpilz kann ansteckend sein, auch für andere Tiere und Menschen. Deshalb solltest du bei verdächtigen, sich ausbreitenden oder kreisförmigen fellarmen Stellen nicht selbst herumprobieren. Eine Tierarztpraxis kann prüfen, ob tatsächlich ein Pilz dahintersteckt und welche Schritte sinnvoll sind.

Allergien und Unverträglichkeiten

Allergien und Unverträglichkeiten können die Haut ebenfalls aus dem Gleichgewicht bringen. Dabei muss nicht immer das Futter der Auslöser sein. Auch Pollen, Hausstaubmilben, Pflegeprodukte oder Kontakt mit bestimmten Materialien können eine Rolle spielen.

Wenn dein Hund sich häufig kratzt, die Pfoten leckt oder kahle Stellen am Bauch, Hals oder an den Beinen entwickelt, kann eine allergische Reaktion infrage kommen. Auch eine Futtermittelallergie kann mit Juckreiz und Hautproblemen verbunden sein. 

Hormonelle und innere Ursachen

Nicht jede haarlose Stelle entsteht durch Juckreiz. Hormonelle oder innere Ursachen können zu Haarausfall führen, ohne dass dein Hund sich stark kratzt. Auffällig sind oft symmetrische Stellen, also Haarausfall auf beiden Körperseiten, zum Beispiel an den Flanken, am Rücken, Hals oder Kopf.

Auch Begleitzeichen wie Gewichtszunahme, Müdigkeit, verändertes Trinkverhalten oder ein matter Gesamteindruck sollten ernst genommen werden. Solche Symptome lassen sich von außen nicht sicher einordnen. Hier ist eine tierärztliche Untersuchung besonders wichtig.

Rassebedingte Veranlagungen

Auch Rasse und Fellfarbe können beeinflussen, wie anfällig ein Hund für bestimmte Haut- und Fellveränderungen ist. Manche Hunde bringen eine genetische Veranlagung für ausgedünntes Fell oder Haarausfall mit. Dazu zählt zum Beispiel die sogenannte Color Dilution Alopecia, die vor allem bei verdünnten Fellfarben wie Blau, Silber oder Fawn beschrieben wird. Betroffen sein können unter anderem Dobermänner, Dackel, Windhunde und Yorkshire Terrier. 

Kahle Stellen beim Hund behandeln

Um kahle Stellen beim Hund richtig zu behandeln, ist der wichtigste Schritt die Ursache zu finden. Denn Parasiten, Pilzinfektionen, Allergien und hormonelle Auslöser brauchen unterschiedliche Maßnahmen. Verzichte deshalb auf Experimente mit Hausmitteln, besonders wenn die Haut entzündet, offen oder nässend ist.

Du kannst aber zu Hause wichtige Beobachtungen sammeln. Fotografiere die Stelle, notiere den Zeitpunkt und achte darauf, ob sie größer wird. Überlege auch, ob es neue Snacks, ein neues Futter, ein anderes Shampoo, ein neues Halsband oder Spaziergänge durch hohe Wiesen gab. Diese Infos helfen der Tierarztpraxis bei der Einordnung.

Die Rolle der Ernährung für Haut und Fell

Auch die Fütterung kann für Haut und Fell eine wichtige Rolle spielen. Eine ausgewogene Ration versorgt deinen Hund mit Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und hochwertigen Fettquellen, die der Körper für normale Haut- und Fellfunktionen braucht. Besonders bei sensiblen Hunden lohnt sich ein Blick auf die Verträglichkeit des Futters. 

Ein hypoallergenes Hundefutter wie das von VEGDOG kann dabei eine passende Fütterungsoption sein. Es setzt auf pflanzliche Proteine und schließt tierische Hauptallergene konsequent aus. Zudem ist es analytisch bewiesen 100 % bedarfsdeckend und damit für die tägliche Versorgung ausgewachsener Hunde geeignet. 

Wann sollte ich eine Tierarztpraxis aufsuchen?

Du solltest eine Tierarztpraxis aufsuchen, wenn die kahlen Stellen plötzlich entstehen, größer werden oder immer wieder auftreten. Das gilt auch, wenn die Haut gerötet, trocken, schuppig, entzündet, nässend oder verkrustet ist. Starker Juckreiz, blutige Kratzspuren und auffälliges Lecken sind ebenfalls klare Warnzeichen.

Auch kahle Stellen ohne Juckreiz sollten abgeklärt werden, wenn sie länger bestehen oder symmetrisch auftreten. Je früher die Ursache gefunden wird, desto gezielter kann deinem Vierbeiner geholfen werden.

Wachsen kahle Stellen beim Hund wieder nach?

In vielen Fällen kann das Fell wieder nachwachsen, wenn die Ursache erkannt und die Haut nicht dauerhaft geschädigt ist. Wie lange das dauert, hängt vom Auslöser, vom Felltyp und vom allgemeinen Gesundheitszustand deines Hundes ab.

Bei Parasiten, Pilzinfektionen, Entzündungen oder hormonellen Ursachen beginnt das Fell meist erst dann wieder dichter zu werden, wenn die Haut sich beruhigt und der Auslöser kontrolliert ist. Beobachte die Stelle deshalb weiter und gib ihr Zeit. Wenn sich über mehrere Wochen nichts verändert oder neue kahle Stellen entstehen, solltest du erneut tierärztlichen Rat einholen.

Alena

Mein Hund Negrutu und ich wurden im Oktober 2020 im VEGDOG-Rudel aufgenommen. Hier kann ich nun mein Studium der Umweltsicherung und Erfahrungen aus diversen Tätigkeiten im Umwelt- und Tierschutz für den Newsletter, den YouTube-Kanal, die PR und den Blog einsetzen.

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