Was dürfen Hunde nicht essen?

Was dürfen Hunde nicht essen?

Hunde sind neugierig. Ein heruntergefallenes Stück Obst, ein Schluck aus dem Glas oder ein Snack vom Tisch wirkt oft harmlos. Trotzdem können manche Lebensmittel den Stoffwechsel stark belasten oder sogar Vergiftungen auslösen. Wichtig ist deshalb weniger, ob dein Hund „es schon mal vertragen hat“, sondern ob ein Risiko besteht. Wir zeigen dir die gefährlichsten Lebensmittel für Hunde und geben dir eine praktische Liste zum Merken mit. 

Lesedauer: 8min
Von: Lisa Walter
Geprüft: Carla S.
Geändert: 10.06.2026
Veröffentlicht: 18.09.2018

Obst, das für Hunde riskant ist

Obst wirkt auf den ersten Blick wie ein gesunder Snack. Bei manchen Sorten ist aber Vorsicht geboten, da schon kleine Mengen Beschwerden auslösen können. Deshalb ist es am sichersten, diese Obstsorten konsequent wegzulassen.

Trauben & Rosinen: Am besten komplett vermeiden

Bei Trauben, Rosinen, Korinthen und auch Traubentrester ist die genaue Ursache der Toxizität noch nicht sicher geklärt. Manche Hunde zeigen nach dem Verzehr keine Symptome, andere reagieren stark. In schweren Fällen kann es sogar zu akuten Nierenschäden bis hin zum Tod kommen. Typische Warnzeichen sind Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, auffällige Schlappheit und verändertes Trink- oder Pinkelverhalten. Am sichersten ist es, diese Früchte so zu lagern, dass dein Hund nicht drankommt. Wenn doch etwas gefressen wurde, ruf am besten direkt in der Tierarztpraxis an. Innerhalb von maximal 1,5 Stunden kann man den Hund noch kontrolliert die aufgenommenen Trauben erbrechen lassen. 

Obstkerne: Klein, aber nicht harmlos

Kerne von Steinobst wie Kirschen, Pflaumen, Aprikosen und Pfirsichen sind für Hunde keine gute Idee. Zum einen besteht Erstickungsgefahr und das Risiko eines Darmverschlusses, besonders bei kleineren Hunden. Zum anderen enthalten viele Steinobstkerne Stoffe, aus denen im Körper Blausäure freigesetzt werden kann. Entferne die Kerne daher immer und gib Obst nur in kleinen, gut verträglichen Portionen.

Diese Gemüsesorten gehören nicht in den Napf

Viele Gemüsesorten sind für Hunde gut verträglich. Es gibt aber auch ein paar Ausnahmen, die du besser konsequent meidest. Denn manche enthalten Reizstoffe oder natürliche Giftstoffe und können schon in kleinen Mengen Probleme machen.

Avocado: Vorsicht vor dem Kern & Persin

Avocados enthalten Persin. Dieser Stoff kann bei Hunden zu Beschwerden im Magen-Darm-Trakt führen. Dazu kommt der große Kern, der leicht verschluckt werden kann und dann gefährlich wird. Auch der hohe Fettgehalt passt nicht zu jedem Hund, vor allem nicht, wenn eine fettarme Fütterung nötig ist. Deshalb gilt: Avocado bitte nicht füttern.

Knoblauch: Kein gutes Hausmittel

Knoblauch wird manchmal als „Hausmittel“ gegen Parasiten empfohlen. Für Hunde ist das aber keine sichere Wahl, da der enthaltene Stoff Allicin die roten Blutkörperchen angreifen kann. Werden diese Zellen geschädigt oder abgebaut, kann sich eine Blutarmut entwickeln. Anzeichen dafür sind zum Beispiel Erbrechen oder Durchfall, blasse Schleimhäute, Schwäche und ein schneller Herzschlag. Besonders tückisch: In getrocknetem Knoblauch und in Extrakten ist die Konzentration deutlich höher als in frischen Zehen. 

Zwiebeln & Lauchgewächse: Auch in kleinen Mengen problematisch

Zwiebeln können ähnliche Effekte wie Knoblauch haben und ebenfalls die roten Blutkörperchen schädigen. Das Risiko besteht nicht nur bei rohen Zwiebeln, sondern ebenso bei gekochten und gebratenen. Dazu kommen weitere Lauchgewächse wie Lauch, Bärlauch, Schnittlauch und Schalotten, die ebenfalls nicht in den Napf gehören. Besonders wichtig im Alltag: In Soßen, Brühen, Gewürzmischungen und Fertiggerichten sind Zwiebeln oft „versteckt“ enthalten.

Rohe Nachtschattengewächse wie Kartoffeln & Tomaten

Kartoffeln und Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen. In dieser Pflanzenfamilie kommen natürliche Schutzstoffe vor, die für Hunde problematisch sein können. Besonders viel davon steckt in rohen Kartoffeln sowie in grünen Stellen und Keimen. Hier ist vor allem Solanin ein Thema. Auch unreife, noch grüne Tomaten enthalten mehr Tomatin als reife Früchte.

Diese Stoffe können den Magen-Darm-Trakt reizen und in höheren Mengen das Nervensystem belasten. Deshalb gilt als Faustregel: roh und grün weglassen, Küchenabfälle sicher entsorgen und beim Kochen nichts liegen lassen.

Pastinaken & Buchweizen

Alternative Kohlenhydratquellen freuen sich zunehmender Beliebtheit, können für deinen Liebling aber kritisch sein. Neue Studien haben Hinweise geliefert, dass die Verfütterung von beispielsweise Pastinake beim Hund zu Bauchspeicheldrüsenentzündungen führen kann. Auch Buchweizen steht im Verdacht, Leberentzündungen auszulösen. Hier ist noch nicht abschließend geklärt, was genau die problematische Komponente ist. Idealerweise sollten diese beiden Lebensmittel nicht verfüttert werden, auch wenn dein Hund noch keine Symptome gezeigt hat.

Weitere gefährliche Lebensmittel für Hunde

Neben Obst und Gemüse gibt es einige typische „Alltagsfallen“ aus Küche und Vorratskammer. Was für uns ganz normal ist, kann für Hunde schnell problematisch werden, weil sie bestimmte Stoffe deutlich schlechter abbauen. Je nach Lebensmittel und Größe deines Hundes reichen dafür manchmal schon kleine Mengen.

Schokolade: Gefährlich wegen Theobromin

Schokolade enthält Theobromin, das Hunde viel schlechter abbauen als wir Menschen. Dadurch kann es sich im Körper ansammeln. Je dunkler und bitterer die Schokolade, desto höher ist meist der Theobromin-Gehalt und damit das Risiko, dass schon kleine Mengen Beschwerden auslösen. Mögliche Symptome sind Erbrechen, Durchfall, Unruhe, starkes Hecheln, Zittern und Herzrhythmusstörungen. Wenn dein Hund Schokolade gefressen hat, ist ein schneller Anruf in der Tierarztpraxis wichtig, auch wenn er noch fit wirkt. Tierärzt:innen können in der Regel schnell kalkulieren, ob und wie hoch das Vergiftungspotenzial für deinen Hund ist und bei frühzeitigem Reagieren den Hund erbrechen lassen. 

Xylit: Zuckerfrei heißt nicht hundesicher

Xylit, auch Xylitol oder Birkenzucker genannt, steckt in vielen zuckerfreien Produkten. Typisch sind Kaugummis, Bonbons sowie manche Backwaren. Für Hunde kann Xylit sehr gefährlich sein, weil es den Blutzucker plötzlich stark absenken kann. Dann treten oft Symptome wie Schwäche, Zittern, Taumeln und Krämpfe auf. Wenn dein Hund etwas mit Xylit gefressen hat, warte nicht ab und lass es sofort tierärztlich abklären.

Koffein: Kaffee, Tee & Energy-Drinks sind tabu

Koffein wirkt auf Hunde deutlich stärker als auf Menschen. Schon kleine Mengen können Unruhe, starkes Hecheln, Zittern, Durchfall und Herzprobleme auslösen. Das betrifft nicht nur Kaffee, sondern auch schwarzen Tee, Mate, Energy-Drinks und Koffein-Tabletten. Stell Tassen und Gläser daher so ab, dass dein Hund nicht daraus trinken kann.

Alkohol: Grundsätzlich ungeeignet

Alkohol belastet das Nervensystem und kann bei Hunden schnell zu Vergiftungserscheinungen führen. Schon kleine Mengen können Erbrechen, Koordinationsprobleme, starke Müdigkeit und im Extremfall Atemprobleme verursachen. Auch Teig mit Hefe kann riskant sein, weil er im Magen weiter gärt und Alkohol entstehen kann. Alkohol gehört deshalb nie in die Nähe eines Hundes.

Vorsicht bei Nüssen: Besonders Macadamia & Bittermandeln

Nüsse sind für Hunde nicht automatisch ein guter Snack, weil viele Sorten sehr fettreich sind und schnell Magen und Darm belasten. Besonders kritisch sind Macadamia Nüsse, da sie Vergiftungserscheinungen auslösen können, obwohl der genaue Auslöser nicht eindeutig geklärt ist. Typische Anzeichen sind Schwäche, Erbrechen, Zittern, steifer Gang und erhöhte Körpertemperatur. Auch Bittermandeln können problematisch sein, weil sie Blausäure enthalten können, und verschimmelte Nüsse sind grundsätzlich riskant. 

Am sichersten ist es deshalb, Nüsse nicht unbedarft als Leckerli zu geben, sondern geeignete Sorten, Mengen und Qualitäten zu wählen. Cashews können beispielsweise eine gute Option sein.

Rohes Schweinefleisch: Unbedingt vermeiden

Rohes Schweinefleisch (sowie rohes Fleisch generell) kann Krankheitserreger enthalten. Dazu zählen Bakterien, Viren und Parasiten, die für Hunde problematisch sein können. Gefürchtet ist bei Schweinefleisch vor allem der Erreger der Aujeszky Krankheit. Diese auch Pseudo-Wut genannte virale Infektion wird von (Wild-)schweinen übertragen und ist für Hunde (und auch Katzen), die infiziertes (rohes) Fleisch fressen, tödlich. Besonders kritisch ist rohes Fleisch aus unbekannter Herkunft. Auf Nummer sicher gehst du, wenn du rohes Schwein nicht fütterst und Küchenreste entsprechend entsorgst. Für Menschen ist das Virus übrigens ungefährlich. 

Liste der Lebensmittel, die für Hunde tabu sind

Zur schnellen Orientierung findest du hier eine Liste der ungeeigneten Lebensmittel für Hunde:

  • Obst: Trauben, Rosinen, Korinthen, Traubentrester, Obstkerne von Steinobst
  • Gemüse: Avocado, Knoblauch, Zwiebeln sowie Lauchgewächse wie Lauch, Bärlauch, Schnittlauch, Schalotten, rohe und grüne Teile von Nachtschattengewächsen, Pastinaken
  • Weitere Lebensmittel: Schokolade, Xylit, koffeinhaltige Produkte, Alkohol, Nüsse wie Macadamia und Bittermandel, rohes Schweinefleisch, Buchweizen

Wenn dein Hund davon etwas gefressen hat, gilt: lieber einmal zu früh in der Tierarztpraxis melden als zu spät. Notiere dir am besten, was es war, wie viel ungefähr und wann es passiert ist. Diese Infos helfen bei einer schnellen und sicheren Einschätzung.

In unserem Ratgeber findest du außerdem weiterführende Infos zu Nahrungsbestandteilen, die bei Hunden häufig Allergien und Unverträglichkeiten auslösen. Neben ungeeigneten Lebensmitteln gibt es natürlich auch viele gut verträgliche Optionen. Daher zeigen wir dir auch, welche Obst- und Gemüsesorten Hunde essen dürfen.

Lisa Walther

Bei VEGDOG habe ich 2015 meine Karriere als tierärztliche Spezialistin für die vegane Ernährung von Hunden begonnen. Heute berate ich zahlreiche TierhalterInnen zu allen Themen rund um die pflanzliche Fütterung ihrer Lieblinge. Zudem halte ich Fachvorträge vor TierärztInnen, damit meine KollegInnen an Offenheit für diese wichtige Thematik gewinnen.

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